Einstieg in den Barocktanz

Bei vielen Tänzen, die im 17. und 18. Jahrhundert populär waren (zum Beispiel am Anfang der Epoche die älteren Branles, später zunehmend die  →  Kontratänze), kann man sehr gut gleich einsteigen und mitmachen und die verschiedenen Schritte und passende Haltung nach und nach dazulernen und perfektionieren.

Wir wollen hier mit "Barocktanz" aber jenen Stil bezeichnen, der sich, ausgehend vom Hof Ludwigs XIV. von Frankreich, im späteren 17. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete und in der höfischen Gesellschaft, aber auch im Bürgertum gepflegt wurde. Das waren durchchoreographierte Tänze für die Bühne und den Ballsaal, die in einer Notation aufgezeichnet wurden, die von den Tanzmeistern der "Académie Royale de Danse" entwickelt worden war: Die →  Beauchamp-Feuillet-Notation.
Raumwege und Schritte waren bei diesen Tänzen genau vorgegeben, und Tänzer und Zuschauer wußten, worauf es ankam: Nicht aufs Improvisieren, sondern auf die elegante Präsentation der Kreation des Tanzmeisters. Das galt für das Paar im Ballsaal noch mehr als für den Profi auf der Bühne. Man tanzt(e) also nicht einfach EINE Bourrée, sondern zum Beispiel die  Bourrée La Savoye  oder die  Bourrée d'Achilles.

Und damit wird auch klar, was diesen Tanzstil so attraktiv macht: Musik und Bewegung sind so perfekt aufeinander abgestimmt. Das heißt aber auch, daß man für einen barocken Paartanz schon verschiedene Schritte lernen muß - Durchschummeln mit einem Grundschritt ist hier nicht möglich. Also muß man zuerst eine kleine Basis an Schritten erarbeiten. Dazu eignen sich natürlich ein   →  Semesterkurs, aber auch eine kompakte → Sommerkurswoche.

Mit diesem Grundrepertoire hat man dann das Rüstzeug für viele schöne, nicht allzu schwierige Barocktänze. Die körperlichen Anforderungen sind dabei nicht größer und auch nicht anders als z.B. beim Tango.



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