Epochen, Tänze, Stile - ein Überblick

Renaissance

Unter Renaissancetanz kann man alles verstehen, was zeitlich zwischen den ersten Tanzkompendien in der Mitte des 15. Jahrhunderts und dem französischen Barockstil, der sich im frühen 17. Jh. zu entwickeln beginnt, angesiedelt ist.
Darunter fallen die Tänze der italienischen Renaissance, wie sie z. B. in den Werken von Domenico da Piacenza (De arte saltandi, um 1450) und Guglielmo Ebreo (um 1460) dargestellt werden: Bassedanze und Balli, höfische Tänze für Paare, drei Personen oder eine Gruppe.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird die Pavane, ein meist geradtaktiger, eleganter Schreittanz populär.
In den späteren italienischen Tanzbüchern wie z. B. jenen von Fabrizio Caroso oder Cesare Negri (1600) kommt vor allem die Galliarde/Gagliarda hinzu, einer der beliebtesten Tänze des 16. und frühen 17. Jh. Variationsreiche Gesellschaftstänze für eine bestimmte Anzahl von Tänzern/Tanzpaaren, die Balletti, machen vom reichhaltigen Schrittrepertoire der Zeit Gebrauch.
Im bekanntesten Tanzbuch der französischen Renaissance, der Orchesographie von Thoinot Arbeau (1588), wird die Schritt- und Sprungtechnik der französischen Galliarde und ihrer Verwandten, der Volta, genau beschrieben. Hier finden sich aber auch viele der beliebten Branles, abwechslungsreiche Rund- und Reihentänze, die heute noch in Volkstänzen Westeuropas weiterleben.

Ein völlig anderes Kapitel ist der Moriskentanz, der eine Mischung aus Volkstanz und professionellem Solotanz darstellt und in derart vielfältigen Formen auftritt, daß eine Darstellung den Rahmen dieses Überblicks sprengen würde.
Darum sei hier nur Les Bouffons erwähnt, ein Schwerttanz, der auch heute noch gerne aufgeführt wird.





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